Die Stadt Kopenhagen hält offenbar an ihrem ambitionierten Ziel fest, bis 2025 klimaneutral zu werden, berichtet der ZEIT-Blog Grüne Geschäfte.
Ist 2050 als Ziel für Dresden doch viel zu weit gedacht? Unambitioniert? Langweilig?
Die Stadt Kopenhagen hält offenbar an ihrem ambitionierten Ziel fest, bis 2025 klimaneutral zu werden, berichtet der ZEIT-Blog Grüne Geschäfte.
Ist 2050 als Ziel für Dresden doch viel zu weit gedacht? Unambitioniert? Langweilig?
2050 ist inzwischen auch medial kommunikativ Wegmarke für eine CO2-arme Gesellschaften.
Eine neue Studie Roadmap 2050 beschreibt dies einmal mehr für Europa: www.roadmap2050.eu
Heute/ Gerade spricht Oberbürgermeisterin Orosz über ihre neun strategischen Ziele für Dresden bis 2025.
Hier: Ziel Nummer zehn. Dieses Ziel stand bis kurz vor knapp in der offiziellen Liste, ist dann aber versehentlich rausgefallen. Halb so schlimm! Wir dokumentieren es:
10. Die Stadt Dresden und ihre Bürger sind Vorreiter für Energieeffizienz und Klimaneutralität in Alltag, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Und weiter:
Dresden als Stadt der erneuerbaren Energien und des effizienten Energieeinsatzes betreibt aktiven Klimaschutz durch Senkung des Energieverbrauches sowie durch verstärkte Nutzung emissionsarmer und erneuerbarer Energieträger.
Zugegeben dieser zweite Zusatz ist dem Leitbild einer anderen sächsischen Stadt entnommen, dort beschlossen am 3. Juni 2004.
Ökosex, die Königin des humorigen Klimagedöns, proklammierte kürzlich erneut:
Die Faustregel für die Freunde des Ökosex Klimaclubs ist ja folgende: Bis Ende 2010 wollen wir unsere CO2-Emissionen im Bereich Sprit, Wärme und Strom um 50 Prozent senken und den Ausstoß von Klimaschutzwitzen um 50 Prozent erhöhen.
Welche Dresdnerinnen und Dresdner erklären hier und heute öffentlich ihren Beitritt?
Könnte dieser Kauf mittel- und langfristig helfen, das Ziel “Dresden wird klimaneutral” auf Seiten der regionalen Strom-, Wärme- und Kälteversorgung zu erreichen? Wenn ja, wie?
Der Neustädter Hafen in Dresden ist mit seinem Hinterland seit einiger Zeit im Gespräch als zukünftiger “Raum für Kreativwirtschaft und neue Kultur” - z.B. auf der Immobilienmesse EXPO REAL in München.
Auf die eine oder andere Weise soll bzw. wird dort in den kommenden Jahren ein (alter) Stadtteil neu entstehen. Es bestehen also große Chancen im lokalen Maßstab klimaneutrale Stadt(teil)strukturen zu ermöglichen und aktiv zu fördern.
Was gehört dazu?
Greensburg: Better, Stronger, Greener!
titelt Greensburg auf der eigenen Webseite.
Die Stadt wurde, nach Angaben der ZEIT, 2007 von einem Tornado zerstört und erfindet sich nun (bald) energieautarkt neu. Motto: Der Wind nahm es – und kann es uns auch zurückgeben.
Aber in dem ZEIT-Arikel über Klimaschutzbemühungen von Städten steht noch mehr: Ein Link zu einer Studie der IEA mit dem Titel “Cities, Towns and Renewable Energy — Yes In My Front Yard”, in der weltweit Beispiele städtischer Klimaschutzstrategien zusammengetragen wurden.
Dresden! Ideen klauen!!
Die Studie “Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050″ des WWF hat den Anspruch ein “konkreter, durchgerechneter Politikentwurf” zu sein. Insofern sollten wir darin auch viele Ideen für lokale Maßnahmen finden. Dort heißt es einleitend:
Der Klimawandel zwingt uns zu einschneidenden Taten: Um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen Industrienationen wie Deutschland ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 auf fast null senken. Angesichts dieser Herausforderung ließe sich leicht verzweifeln.
Doch was heute noch unwahrscheinlich klingt, ist tatsächlich machbar: In der Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“ zeigt der WWF technisch mögliche und wirtschaftlich bezahlbare Wege in eine CO2-arme Zukunft. Entdecken Sie, in welchem Deutschland Sie in 40 Jahren leben könnten!
Also: Lesen! Die Langfassung hat einige hundert Seiten… Es gibt auch eine Zusammenfassung (pdf)!
[Nachtrag] DIE ZEIT: Reich und sauber, Was Deutschland tun muss, um Wohlstand und Klimaschutz miteinander zu kombinieren. Von Fritz Vorholz
Die Kampagne 350.org mobilisiert Menschen in aller Welt, am 24. Oktober 2009 Aktionen unter dem Motto “350 ppm CO2 sind genug” zu starten.
Wir werden auf dresden.klimastrategie.de ohne Hektik ab jetzt 350 Ideen und Gründe sammeln, die helfen Dresden bis 2050 CO2-neutral zu machen.
Sammeln Sie mit!
Die taz berichtet, dass mehrgeschossige Wohnhäuser aus Holz in Schweden eine Renaissance erleben und was das mit Klimaschutz zu tun hat. Dort heißt es auch (und wohl in der nationale Holzbaustrategie Schwedens):
Die Regierung in Stockholm hat eine Vision: In zehn Jahren soll Holz das gebräuchlichste Baumaterial in ganz Schweden sein – und wie die Branche dort hofft, auf längere Sicht vielleicht auch in ganz Europa.
Womit wir in Dresden wären. In Hellerau, als Teil des GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau, stehen zweietagige Atelierhäuser – komplett aus Holz. Erdacht mit dem Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen. Gibt es weitere zeitgenössische Beispiele in Dresden?
Mit dem Verbundprojekt Cool Silicon erforschen Dresdner ForscherInnen und Unternehmen technologische Grundlagen für Energieeffizienz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.
These dazu: Wenn diese Grundlagenforschung eines Tages auch die heimische Wirtschaft beflügeln soll, müssen kulturell und lokalpolitisch beim Thema Energieeffizienz ähnlich amibtionierte Ziele verfolgt werden. Sonst hinkt “der Patient” und die neuen Technologien fallen andernorts auf fruchtbareren Boden.
Das Wuppertal Institut wurde vom Klima- und Umweltbündnis Stuttgart damit beauftragt, die Klimaschutzpolitik der Stadt Stuttgart zu bewerten. Dort wird u.a. festgestellt:
Gerade in Kommunen, als ganz maßgebliche Orte der Umsetzung, muss in ganz anderen Dimensionen als während der letzten Jahren gedacht werden, will man adäquate Beiträge zur Minderung der globalen Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent (in Industrieländern um 80 bis 95 Prozent) bis zur Mitte des Jahrhunderts leisten. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, sich auch in Städten wie Stuttgart Langfristziele (Zielmarken 2030, 2050) zu setzen und eine kurz- bis mittelfristige Klimaschutzpolitik darauf auszurichten.
Was bedeutet das für Dresden? CO2-frei bis 2050? Wenn ja, wie?